Die Hormonersatztherapie (HET) ist eine medizinische Behandlung, bei der fehlende oder reduzierte Hormone durch entsprechende Präparate ersetzt werden. Besonders während der Wechseljahre kann sie für Frauen eine sinnvolle Behandlungsoption sein und wird von der Frauenärztin oder dem Frauenarzt je nach individueller Situation empfohlen.
Ob eine HET sinnvoll ist, hängt immer von der persönlichen Gesundheitssituation, den Beschwerden und den individuellen Bedürfnissen der Frau ab. Deshalb sollte die Entscheidung gemeinsam mit einer medizinischen Fachperson getroffen werden.
In meiner Praxis erlebe ich jedoch häufig, dass Frauen nicht nur unter «einfachen» Zyklusbeschwerden oder Hitzewallungen leiden. Viele bringen ein komplexes Beschwerdebild mit: Erschöpfung, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Schilddrüsenbeschwerden, Stressbelastung oder Nährstoffmängel spielen oft ebenfalls eine Rolle. Diese Zusammenhänge verdienen eine ganzheitliche Betrachtung.
Bei Schilddrüsenerkrankungen wenden wir uns an die Endokrinologie, bei Bluthochdruck oder Eisenmangel an die Hausärztin oder den Hausarzt und bei Zyklusbeschwerden an die Gynäkologie. Doch viele Beschwerden lassen sich nicht eindeutig einem einzigen Fachgebiet zuordnen. Genau hier setzt die ganzheitliche Frauenheilkunde an.
Die Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN) betrachtet Frauenbeschwerden ganzheitlich und bietet auch entsprechende Diagnostik dazu. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Symptome oder Laborwerte, sondern der Mensch mit seiner individuellen Konstitution und den natürlichen Regulationsprozessen des Körpers. In der TEN werden unter anderem Verdauung, Stoffwechsel, Schlaf, Stressbelastung und Organfunktionen in die Behandlung einbezogen. Diese gehen weit über bekannte Heilpflanzen wie Mönchspfeffer oder Traubensilberkerze hinaus.
Ziel ist es, die Selbstregulation des Körpers zu stärken und die natürlichen Heilungsprozesse zu unterstützen. So entsteht ein individuelles Therapiekonzept, das auf die persönlichen Bedürfnisse jeder Frau abgestimmt ist – für mehr Wohlbefinden und langfristige Gesundheit.
Sollte eine Hormonersatztherapie später dennoch sinnvoll sein, kann sie auf einer stabileren gesundheitlichen Grundlage erfolgen, niedriger dosiert werden und als Teil eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts eingesetzt werden.
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